Publikationsfreiheit

für eine starke Bildungsrepublik

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Den Film betrifft das auch!

Filme und audiovisuelle Medien prägen unmittelbar unsere Wahrnehmung der Welt. Sie gehören zu den effektivsten Methoden, um Inhalte zu vermitteln und sind ein essentieller Bestandteil des Bildungsbereichs. Dort kommen sie als didaktischer Lehrfilm, narrativer Kurzfilm, Dokumentarfilm, Literaturverfilmung und Spielfilm zum Einsatz. Während Lehrfilme speziell für den Unterricht konzipiert und produziert werden, bereiten auf Bildungszwecke spezialisierte Verleihunternehmen vorhandene Dokumentar- und Spielfilme mit Arbeitsmaterialien, Untertiteln und weiteren Produktfeatures didaktisch für den Unterricht auf und sorgen damit für den erfolgreichen und leicht handhabbaren Einsatz in Bildungseinrichtungen. Solche Leistungen gehen weit über einfache Begleithefte hinaus: klug eingebunden und methodisch kreativ aufbereitet präsentieren sich moderne Materialien zum Film von interaktiven Whiteboards und Touchscreens bis hin zu innovativen Lern-Apps.

Die mediale Aufarbeitung von Lehrinhalten wird im Zuge der Digitalisierung von Bildungseinrichtungen eine immer größere Bedeutung gewinnen. Deshalb ist es wichtig, dass die Nutzung audiovisueller Inhalte zu Unterrichtszwecken urheberrechtlich relevant bleibt – insbesondere im Zuge der Digitalisierung der Schulen, die gerade von der Bundeskanzlerin auf der CeBIT bekräftigt wurde. Die Bundesregierung will jedoch die Nutzung von solchen Inhalten, egal ob sie über das Internet bzw. Intranet abgerufen oder in Klassenzimmern und Seminarräumen vorgeführt werden, künftig als private Nutzung qualifizieren.

Der Mehrwert von Filmen und audiovisuellen Bildungsmedien für den Unterricht geht aber verloren, wenn

  • Filmemacher für die didaktische Nutzung ihre Werke im Bildungsbereich keine Vergütung mehr erhalten, weil die Nutzung ihrer Filme dort als privat eingestuft wird.
  • Filmemacher ihre Werke nicht mehr realisieren können, weil z.B. die Finanzierungslücke im Budget eines bildungsrelevanten Dokumentarfilms nicht mehr mit einer entsprechenden Schullizenz geschlossen werden kann.
  • Produktions- und Verleihunternehmen Filme und andere audiovisuelle Medien nicht mehr mit pädagogischem Begleitmaterial, welches Lehrende für ihre tägliche Arbeit benötigen, aufbereiten können, weil ihre Leistungen und die digitale Infrastruktur eines funktionierenden Lizenzmarkts durch eine Schrankenregelung ausgehebelt werden.

Zum Wohle von Lernenden und Lehrenden sollte die Medienkompetenz und das technische Know-how der Filmwirtschaft in die politischen Rahmenbedingungen einer modernen Wissensgesellschaft einbezogen werden. Denn wenn diese vielfältigen und professionellen Angebote wegfallen, bleibt nur noch der Zugang über einige wenige, global agierende Plattformen, die den Bedürfnissen der Bildungsrepublik Deutschland nicht gerecht werden. Unsere Bildungspolitik braucht gute Filme – und Filme brauchen eine gute Bildungspolitik!